In dem kleinen Büchlein „Die Welt erklärt in drei Strichen“ findet sich folgende Anleitung:

Aufgabe: Sie wollen ein Auto kaufen. Problem: Sie können sich nicht für eines entscheiden. Sieben Strategien – direkt aus den Labors der Neurobiologen und Psychologen:

  1. Bestimmen Sie eine Recherchestrategie.

Setzen Sie sich selbst Grenzen: z. B. eine Stunde Internetrecherche, drei Freund fragen, eine Zeitschrift lesen, zwei Autohändler aufsuchen.

  1. Begrenzen Sie Ihre Auswahl.

Das Wahlparadox geht so: Wir glauben, je größer die Auswahl, desto besser unsere Entscheidung. Tatsächlich verbringen wir aber bei einer großen Auswahl zu viel Zeit damit, die verschiedenen Optionen abzuwägen, sodass wir womöglich am Ende gar keine Entscheidung treffen. Je kleiner die Auswahl, desto weniger erwarten wir vom Ergebnis.

  1. Akzeptieren Sie „gut genug“.

Entscheiden Sie sich für etwas, das Ihren grundlegenden Bedürfnissen entspricht, anstatt nach dem „Besten“ zu suchen.

  1. Haben Sie keine Angst vor den Folgen.

„Die Folgen der meisten Entscheidungen sind weniger nachhaltig, als man meint“, schrieb US-Psychologe Daniel Gilbert. In Anbetracht der Ewigkeit verliert jede Entscheidung an Bedeutung.

  1. Vertrauen Sei Ihrem ersten Eindruck.

In den letzten Jahren haben sich viele Untersuchungen mit der Intuition befasst. Zwei Ergebnisse: offenbar gibt es einen Teil in uns, der mehr weiß, als wir glauben zu wissen. Und: wir akzeptieren eher Fehlentscheidungen, die wir im Affekt, also intuitiv getroffen haben, als jene, über die wir lange nachgedacht haben. Wir verzeihen eher unserem Herzen als unserem Kopf.

  1. Lassen Sie jemand anderen entscheiden.

Wir neigen zu der Auffassung, dass wir glücklicher sind, wenn wir die Dinge selbst in der Hand haben. Das Gegenteil ist richtig: Simona Botti von der Cornell University hat in Experimenten gezeigt, dass wir bei eigenen Entscheidungen dem nagenden Zweifel ausgesetzt sind, nicht die bestmögliche Variante gewählt zu haben. Merke: Wählt eine andere Person für uns oder werfen wir eine Münze, sind wir entweder dankbar oder können – bei schlechtem Ausgang – die Schuld von uns weisen.

  1. Hinterfragen Sie Ihre Entscheidung nicht mehr.

Oder Sie machen etwas ganz anderes: Der Mitbegründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola, schlug bereits im 16. Jahrhundert folgende simple Methode vor, um sich richtig zu entscheiden: Tun Sie erst einmal drei Tage so, als hätten Sie sich für eine Variante entschieden. Während dieser drei Tage notieren Sie alle Gedanken, Gefühle und Träume, die aufkommen. Danach verfahren Sie mit einer anderen Variante genauso. Am Ende vergleichen Sie Ihre Notizen. Und entscheiden sich.

Im Zweifel immer das Richtige tun.

Aus:  Krogerus, Mikael/Tschäppeler, Roman (2011). Die Welt erklärt in drei Strichen. Zürich – Berlin: Kein & Abe